Germering: Ellis-Kaut-Grundschule: Richtfest im Oktober

Vom Neubau zum Schmuckstück: Richtfest an der Ellis-Kaut-Grundschule

Vor 75 Jahren wurde an der Kirchenschule zum ersten Mal gebaut, nun entsteht dort ein komplett neues Schulgebäude. Beim großen Richtfest der künftigen Ellis-Kaut-Grundschule zeigte sich: Der Zeitplan steht, die Freude ist groß.

Beim Spatenstich im Februar waren Winterjacke, Mütze und Schal angesagt. Beim Richtfest der Ellis-Kaut-Grundschule – früher Kirchenschule – dagegen wärmte die Herbstsonne die Freude darüber, dass ein weiterer Schritt geschafft und die Baumaßnahme im Zeitplan ist. Es ist nicht das erste Mal, dass auf dem Gelände gebaut wird. „Was uns seit langem hat bewegt, ein neues Schulhaus heut entsteht“, reimte 1950 eine sechste Klasse zur Grundsteinlegung des damaligen Neubaus – und trug das Gedicht zur Feier des Tages auch selbst vor. Oberbürgermeister Andreas Haas schlug beim Richtfest die Brücke von damals ins Heute: Nun entstehe erstmals ein Schulgebäude, das die Stadt komplett neu baut. Bei der Theresen-Grundschule, der Wittelsbacher Mittelschule und der Kerschensteiner Schule habe es sich „nur“ um Generalsanierungen oder Erweiterungen gehandelt.

125 Millionen für moderne Lernräume

Allerdings, so Haas, seien auch diese Maßnahmen große und kostspielige Projekte gewesen, die die Stadt vor Herausforderungen gestellt und das Budget mehrfach übertroffen hätten. „Aber es war jeden Cent wert, den wir für die Kinder und Lehrkräfte ausgegeben haben“, betonte der Oberbürgermeister. Das gelte nun ebenso für den kompletten Neubau der Ellis-Kaut-Schule, der sich auf rund 125 Millionen Euro belaufen werde. Davon seien bislang 14 Millionen ausgegeben. Im ersten Bauabschnitt, für den nun Richtfest gefeiert wurde, soll bereits 2027 Unterricht stattfinden. Der zweite Teil ist laut Planung für 2029 vorgesehen. Die Fertigstellung des sogenannten Kinderhauses, das im nördlichen Bereich des Grundstücks in Richtung Augsburger Straße entsteht, ist schließlich für 2031 oder 2032 geplant. „Ich bin jetzt schon sicher, dass das hier ein echtes Schmuckstück wird“, sagte Haas und zitierte Altbürgermeister Peter Braun, der 1975 bei der Fertigstellung des Kirchenschulen-Anbaus erklärt hatte: „Ein städtebaulicher Höhepunkt in historischer Umgebung, neben der alten Dorfkirche.“

Unterricht ab 2027 geplant

Benjamin Hardt von Köhler Architekten aus Gauting erläuterte die Leitidee der Architektur. Heute verbringen Kinder viel mehr Zeit in der Schule als früher, als der Unterricht mittags endete. Deshalb müsse man Lebensräume mit Atmosphäre schaffen. Beim Neubau wird deswegen viel Holz verbaut. Statt vier Klassen pro Jahrgang wird die neue Schule künftig Platz für sechs bieten. Er dankte allen Beteiligten für das reibungslose Zusammenspiel, das maßgeblich zur Einhaltung des Zeitplans beitrage. 

Viel Applaus bekam Polier Robert Laumer und Robert Barth für den Richtspruch, der alle am Bau Beteiligten einbezog. Die beiden Poliere Robert Barth und Robert Lämmer sprachen den traditionellen Richtspruch und gaben der Schule gute Wünsche mit auf den Weg: „Wir hoffen, dass alle Schüler von nah und fern kommen in diese Schule gern.“

Die neue Schule soll übrigens nicht mehr Kirchenschule heißen. Da die künftige Erschließung über die Hörwegstraße erfolgt, wäre der offizielle Name „Grundschule an der Hörwegstraße“. Den Lehrkräften schien „hör weg“ jedoch überhaupt nicht passend für eine Schule. Jetzt soll der Neubau „Ellis-Kaut-Grundschule“ heißen, nach der Pumuckl-Autorin, die im Landkreis Fürstenfeldbruck lebte und hier vor zehn Jahren gestorben ist. 

Hier einige Impressionen vom Richtfest: