Kreisklinikum Ebersberg: Neubau der Zentralen Notaufnahme
Erweiterungsbau des Klinikkomplexes
Die Kreisklinik Ebersberg ergänzt den Klinikkomplex um einen Erweiterungsbau für eine neue Zentrale Notaufnahme.
Städtebauliche Anordnung und Erschließung
- Als Baugrundstück eignet sich aufgrund der örtlichen Gegebenheiten eine Fläche im Süden des Klinikgebäudes an der Münchener Straße.
- Hier musste zunächst ein bestehender Altbau abgebrochen werden.
- Da hier eine steile Böschung zur Münchener Straße anlag, waren zudem größere Eingriffe in das Gelände erforderlich.
- Die Anfahrt der RTWs zur neuen Notaufnahme wird über die Münchener Straße erfolgen.
- Durch den neuen Baukörper wird die bestehende Kreisklinik nach Südwesten erweitert.
- Das neu geplante Volumen der Notaufnahme befindet sich fast gänzlich im Erdreich und zeigt sich lediglich mit seiner Südansicht an der Münchener Straße, sowie einer nordorientierten Teilansicht zum bestehenden Innenhof.
- Darüber liegend befinden sich weitere vier Geschosse mit anderen Nutzungen außerhalb des Geländes.
- Die Topographie erlaubt es, dass der Hauptzugang der neuen Notaufnahme in das Erdgeschoss der Kreisklinik führt.
- Außerdem werden die beiden Bestandsgebäude BT C und BT H in einem Ringschluss miteinander verbunden.
Neubau Zentrale Notaufnahme
- Die Hauptebene der Notaufnahme befindet sich auf E1 der neu angelegten Planungsebenen, ist also nahezu ebenerdig von der Münchener Straße zu erreichen.
- Über die Zufahrt im Süden von der Münchener Straße aus gelangt der/die mit dem Krankentransport angelieferte Patient/-in in das Gebäude.
- Fußläufige Besucher/innen oder Patient/-innen gelangen von Norden über das von der Ebene 2 erreichbare Treppenhaus bzw. den Aufzug in die ZNA eine Ebene weiter unten.
- Nach dem Betreten über den Hauptzugang im Süden befindet man sich direkt an der Leitstelle bzw. Anmeldung.
- Die Kombination mit Backoffice, Triage, Wartebereich und Patienten WC’s stellt den Ankunftsbereich her und gliedert die Besucher-/Patientenströme.
- Im Behandlungsbereich, der klar getrennt von der Ankunftszone geplant ist, sind in der südlichen Spange entlang der Fassade die unterschiedlichen Untersuchungs- und Behandlungsräume, Personalraum und Büros untergebracht.
- Den zentralen Kern bilden Abklärungseinheit, Schock- und CT Raum.
- In der nördlichen Spange befinden sich Personal-WC’s, Entsorgung und Arbeitsräume.
- Die beiden Eingriffsräume einer im Neubau und der andere im Bestand verbinden den Neubau an der Außenecke mit BT C.
- Die bestehenden Untersuchungs- und Behandlungsräume werden durch die dargestellte Raumanordnung mit angebunden.
- Die beiden Verbindungen zum BT H (Mammographie) und zu BT C (Linksherzkatheter) verbessern die interne Wegeführung und schaffen zugleich Synergien im internen Betriebsablauf.
- Die innere Treppe wurde im Planungsprozess an den verschiedensten Standorten diskutiert.
- In der Außenecke positioniert, wurde Sie zuletzt für den inneren Betrieb als störungsfrei empfunden.
- Ein direkter Fluchtweg vom Treppenhaus ins Freie ist aufgrund der topographischen Situation nach oben in die nächste Ebene gelegt worden (Ebene 2 – Krankenpflegeschule).
- Auf Ebene EO befindet sich das Kellergeschoss. Hier sind Personalumkleiden und Technikräume untergebracht.
- Eine interne Verbindung zu BT C und BT H ist auch auf dieser Ebene möglich.
Anbindung, Umbau und Umnutzung von BT C
- Über die südliche Außenecke wird eine interne Verbindung hergestellt. Der separate Flur wurde vom Personal ausdrücklich gewünscht, dieser dient der Trennung zwischen Personal- und Besucherverkehr und existiert größtenteils bereits im Bestand.
- Der nicht förderfähige Eingriffsraum wird mit seinen Nebenräumen in der Ecke neu eingefügt. Die intensiven Umbaumaßnahmen erstrecken sich von Süden bis U+B Raum 7.
- Die kleinteiligen U+B Räume im Anschluss werden aus dem Bestand übernommen und mit an die neue ZNA angebunden.
- Im gesamten Umbaubereich sind Abbrucharbeiten, Schutzmaßnahmen für den laufenden Betrieb als auch diverse Anpassungsarbeiten vorgesehen.
Außenanlagen
- Auf der Hauptzugangsseite im Süden wird das Gelände an das Niveau der Münchener Straße angeglichen, um eine ebenerdige Ankunft herzustellen.
- Für die Angleichungen werden unterschiedliche Tiefbaumaßnahmen wie Bohrpfahlwände, Verbauarbeiten, Winkelstützwände etc. eingesetzt um den Übergang der ca. 3m hohen bestehenden Böschungen im Osten und Westen abzufangen.
- Der Vorbereich am Hautzugang wird inkl. Parkflächen asphaltiert, kleinere Grünflächen, Straßen-/ Gehwegsanpassungen sind hier vorgesehen.
- Das geplante Vordach schafft einen wettergeschützen Bereich zwischen Stellplätzen und Hauptzugang, sodass der Patientenzugang größtenteils witterungsunabhängig genutzt werden kann.
- An der Ostseite des Neubaus wird eine Außentreppe für einen zusätzlichen Fluchtweg auf das Dach Bauteil H und Neubau und das Bestandsgelände ausgeführt.
- Im Norden an der Innenhoffassade ist die vorhandene Treppe auf das Dach von BT H anzupassen, auch die Bepflanzung welche momentan terrassiert gestaltet ist, wird angepasst bzw. nach Fertigstellung der Maßnahme wiederhergestellt.
- Die Zufahrt inkl. Wendehammer in der Bürgermeister-Meyer-Straße wird nach Fertigstellung leicht abgewandelt wiederhergestellt, diese wird derzeit vor allem als Anlieferung für BT C und im Notfall durch die Feuerwehr genutzt.
- Auf dem restlichen Vorbereich im Norden ist eine Wegeverbindung und Erweiterung des auf BT H befindlichen Patientengartens vorgesehen. Auch die vorhandenen Absturzsicherungen werden in den absturzgefährdenden Bereichen erweitert.
Zusätzliche Maßnahmen
- Um die Baumaßnahme zu realisieren, wurde bereits das vorhandene Gebäude (Personalbau 1) abgebrochen und das klinikeigene Grundstück freigeräumt.
- Außerdem fanden im Vorfeld bereits umfangreiche Spezialtiefbaumaßnahmen statt, welche zur Sicherung der Baugrube erforderlich war.
- Die angrenzenden Gebäude, sowie die beiden unterirdischen Technikbauwerke (Lüftungskanal, Regenrückhaltebecken) sind statisch zu sichern und zu schützen.
- Während der Bauphase sind Verkehrssicherungsmaßnahmen und provisorische Zugangsbauwerke erforderlich.
Aufgrund der neu geplanten Zufahrt über die Münchener Straße ist auch die Verkehrsführung anzupassen.
Weitere Informationen
- Das Gebäude an der Münchener Straße soll Ende 2027 fertig sein.
- Die Kosten für die Zentrale Notaufnahme (ZNA) sind mit rund 21,5 Millionen Euro veranschlagt, von denen voraussichtlich 15 Millionen über Fördermittel finanziert werden.
- Die Regierung von Oberbayern fördert den Bau der im neuen Gebäude ebenfalls untergebrachten Pflegeschule anteilig mit 2,5 Millionen Euro.
- Den Rest der Kosten für die ZNAteilen sich der Landkreis Ebersberg und die Klinik im Verhältnis 8:2.
- Der Landkreis und die Klinik stemmen ihren Anteil aus dem Erbe der Baldhamerin Ehrentraud Jakob.
- Neben der Notaufnahme soll der Neubau in den Obergeschossen auch Raum für die Verwaltung, externe Praxen und ein medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) bieten.
- Daneben soll die Berufsfachschule für Gesundheits- und Krankenpflegekräfte integriert werden.
Unsere Leistungen
- Erdarbeiten (Restaushub und Verfüllung Arbeitsräume)
- Kanalbau
- Erstellung des Rohbaus
- Stahlbetonarbeiten (WU Bauweise im UG)
- Mauerwerk innen
- Herstellen Durchbrüche zum Bestand
- Abdichtungen an den Wänden und Notabdichtung erdüberschüttete Decken
- Elektroeinlegearbeiten Leerrohre
- Blitzschutzarbeiten
Technische Daten
- Betonmenge: ca. 3500 m³
- Stahlmenge: ca 500 to
- Ziegel: ca. 500 m²
Zeitplan
Geplante Fertigstellung (Rohbau) Januar 2027
Besondere Herausforderungen
- Anschluss Neubau-Altbau über innenliegende Klemmfugenbänder
- Anschluss an sich im Betrieb befindliches Krankenhaus
- Hohe Anforderungen an Lärm- und Baustellenschutz






